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„Liebe Eltern, aufgrund der behördlich angeordneten Schulschließungen entfällt der Unterricht der Bläserakademie bis einschließlich 15. April 2020.“ So die erste Nachricht – zwei Monate später freuen wir uns nun, wieder einen Präsenzbetrieb für die Schülerinnen und Schüler der Bläserakademie anbieten zu können.

In der Zwischenzeit wurde so gut es ging weiter geübt. Das Team Leitung Bläserakademie hatte die Zeit in den Osterferien genutzt und gemeinsam mit allen Lehrkräften in einem Online-Meeting ausgearbeitet, wie ein Unterricht online aussehen kann. Einige Lehrkräfte hatten in diesem Bereich schon Erfahrung gesammelt. So war die einhellige Meinung: Klanglich kann man nur mit besonderem Equipment online arbeiten, wir nutzen also die Zeit, indem wir den Fokus auf die technische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler legen. Schon über ein Smartphone geht das heutzutage gut.

Damit konnten wir dann auch fast alle Schülerinnen und Schüler erreichen. Die Lehrkräfte konnten in dieser Zeit den Kontakt zu den Eltern stärken. Dieser ist gerade bei den jüngeren Kindern wichtig: Wenn die Eltern unterstützen und ihren Kindern gut zusprechen, gibt das die nötige Motivation. Es genügt schon, sich regelmäßig etwas vorspielen zu lassen, sich Sorgen der Kinder anzuhören und sich mit ihnen über Fortschritte zu freuen. Sowohl die Lehrkräfte als auch die Eltern haben keine Mühe gescheut, technisch alles möglich zu machen. In den Fällen, in denen ein Unterricht per Videokonferenz nicht möglich war, wurden Aufgaben gestellt, Arbeitsblätter und Videos ausgetauscht. So entstand mit großartigem Einsatz eine tolle Alternative zum Präsenzunterricht.

Einige Dinge liefen natürlich nicht von Anfang an glatt. Der Mittwochnachmittag in der Seelzer Grundschule ist im Familienalltag fest etabliert. Durch die aktuelle Situation mit Schulschließungen und weiteren Einschränkungen ist dieser sowieso durcheinandergeraten. Die Instrumentalschüler(innen) besuchen unterschiedliche Schulformen und -standorte, in denen ganz unterschiedlich viel im Heimunterricht verlangt wurde. Viele hatten zunächst mehr Zeit, andere hatten viel zu tun, kaum jemand ist an die freie Zeiteinteilung gewöhnt. Dazu kommen technische Schwierigkeiten. Eine schlechte Internetverbindung ist sicherlich jedem aus eigenen Meetings bekannt. „Beim Unterricht kommt noch hinzu, dass wir den Ansatz und die Instrumente der Kinder nicht immer richtig sehen können, was für Korrekturen und Hinweise aber nötig ist. Viele Mikrofone korrigieren automatisch die Lautstärke, Dynamik kann man so nicht abbilden“, beschreibt Trompetenlehrer Konrad Herrmann. Außerdem hat nicht jedes Kind einen eigenen, ruhigen Raum für die Unterrichtszeit. Trotz all dieser Herausforderungen: Gemeinsam haben wir das Beste daraus gemacht, Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gehalten und die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler der Bläserakademie gut fortgesetzt.

Die persönliche Bindung jedoch lässt sich vor Ort einfacher und besser aufbauen. Auch bei großen Sicherheitsabständen können Lehrkräfte Mimik genauso wie Feinheiten im Instrumentalspiel sofort erkennen und darauf professionell reagieren. Daher freuten sich viele, als es am Mittwoch, den 17. Juni 2020, für die älteren Jahrgänge, am 24. Juni auch wieder für die Basics und das Projekt „Musik macht stark“ vor Ort in Seelze wieder losging. Eine Routine spielte sich auch mit den Hygieneregeln schnell wieder ein, wir erreichen alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen. Der Unterricht startet gestaffelt, damit sich möglichst wenige Menschen auf den Gängen begegnen, erst am Platz mit mindestens zwei Metern Abstand zu anderen werden die Masken abgenommen. Regelmäßiges Händewaschen, hygienische Reinigung und Entsorgung des Kondenswassers und regelmäßiges Lüften tragen außerdem dazu bei, dass sich mögliche Infektionen nicht ausbreiten.

Die verbleibenden Stunden werden nun noch teils online nachgeholt, nach den Sommerferien läuft dann wieder der Normalbetrieb – natürlich mit strengen Hygieneregeln, die die Sicherheit aller Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund stellen.

(sm)

 

Vom 12. bis zum 14. Juni 2020 wollten die Advanced und das Jugendorchester, die zwei älteren Orchester der Bläserakademie, nach Bad Fallingbostel fahren, in der dortigen Jugendherberge gemeinsam proben und die Gemeinschaft stärken. Diese Ziele einfach fallen lassen? Dafür sollte das Coronavirus nicht verantwortlich gemacht werden. Ein gemeinsames Stück spielen? Das Jbo hat bereits bewiesen, dass man dafür nicht gemeinsam vor Ort sein muss, auch wenn das natürlich schöner wäre. Gemeinschaft? Das MSO trifft sich mittwochs online, auch das schaffen wir mit den Kindern und Jugendlichen.

Diese waren da ganz offen: „Wir lassen uns mal überraschen.“ Überrascht waren dann auch Dirigent Robert Klassen und Jugend- und Ausbildungsleiterin Sonja Menßen. „Ich züchte Bonsais“, „Eines meiner Hobbys ist es, Dinge aus Holz und Metall herzustellen“, „Ich spiele Hockey“, „Ich bin 001110 Jahre alt“. Womit haben die Musikerinnen und Musiker wohl gelogen – wüssten Sie’s? Umso toller, dass Menschen mit so unterschiedlichen Interessen im Orchester zusammenkommen!

 

 

So gab es ein zweistündiges abwechslungsreiches Programm aus Spielen, Informationen über den kurz danach wieder begonnenen Präsenzunterricht, und einer Abstimmung, welche Stücke für das nächste Konzert in Angriff genommen werden. Wir hoffen, Sie wieder zum Weihnachtskonzert einladen zu können.

PS: „Ich spiele Hockey“ hat sich als Lüge herausgestellt.

(sm)

Einen Beitrag zum neuen, vereinsweiten Videoprojekt können Sie hier lesen.

 

Am 8. Januar startete das Projekt „Musik macht stark“ des Seelzer Bündnis für Bildung mit 38 Kindern in die zweite Phase. In diesem Jahr konnten die Organisatoren bereits den siebten Jahrgang in der Seelzer Regenbogenschule begrüßen. Unter dem Motto „WIR sind ein Orchester“ erlernen alle Teilnehmer dann bis zu den Sommerferien 2020 erste Grundlagen auf gängigen Blasinstrumenten und den Instrumenten des Schlagwerks. Hilfestellung erhalten sie dabei von Lehrkräften der Bläserakademie Seelze und der Musikschule Seelze sowie von ehrenamtlichen Helfern des Jugendblasorchesters Seelze (Jbo).

 



Zur ersten Projektphase „Keine Angst vor schiefen Tönen“ hatten sich 66 Kinder angemeldet. Teilnehmen konnten alle Kinder der dritten Klassen der Grundschulen in Letter, Seelze und Lohnde/Almhorst. Sie hatten ausgiebig Gelegenheit, alle Instrumente auszuprobieren. Für die zweite Phase musste der Teilnehmerkreis dann leider eingegrenzt werden, da das Projekt nur für maximal 40 Kinder eine Förderung erhält. Alle Kinder konnten nach Abschluss der ersten Projektphase drei Wunschinstrumente benennen. Einzelne Instrumente waren dabei stark gefragt, andere weniger. Meistens konnten aber immerhin der Erst- oder der Zweitwunsch berücksichtigt werden. Die Instrumente werden den Kindern kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch die Kosten für den Unterricht trägt das Bündnis für Bildung. Ermöglicht wird dies durch Fördermittel des Programms „Kultur macht stark“ des Bundeministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die das Bündnis über die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) erhält.

Die Projektphase „WIR sind ein Orchester“ startete mit der Übergabe der Instrumente an die Teilnehmer. Außerdem erhielten alle Kinder Tipps und Tricks für ihr Instrument und die ersten Töne. Richtig geprobt wird dann immer mittwochs in der Seelzer Regenbogenschule. Dabei erhalten die Teilnehmer Unterricht in den Instrumentengruppen und anschließend vertiefen sie die Kenntnisse gemeinsam im Zusammenspiel als Orchester.

Das Projekt „Musik macht stark“ ist eine Aktion des Seelzer Bündnisses für Bildung, ein Zusammenschluss der Grundschulen aus Letter, Seelze und Lohnde/Almhorst sowie der Bürgerstiftung Seelze, der Musikschule Seelze und dem Jugendblasorchester Seelze e. V. In sieben Jahren konnten über das Projekt rund 450 Kinder Instrumente kennenlernen und ausprobieren und über 200 von ihnen erhielten die Chance, die ersten Grundlagen auf ihrem Wunschinstrument zu erlernen.

(sh)

Traditionsgemäß erklangen auch in diesem Jahr Bläserklänge der Orchester der Bläserakademie im Jugendblasorchester Seelze e. V. unter dem Decknamen „Weihnachtliches und mehr...“ im Neuen Forum des Schulzentrums Seelze. Schon weit vor Konzertbeginn warteten die Konzertbesucher in langen Schlangen, um sich einen der begehrten Sitzplätze zu sichern. In drei verschiedenen Orchesterbesetzungen standen am 18. Dezember 2019 die jungen Musikerinnen und Musiker motiviert und bestens vorbereitet in den Startlöchern, um das Publikum zu begeistern – schade für all diejenigen, die nicht vor Ort waren.

Das Konzert hielt eine Vielfalt von musikalischem Repertoire bereit, welches nicht nur wie im Programm angedeutet weihnachtliches Material erklingen ließ. Unter anderem gab es ein Medley zu „Fluch der Karibik“, welches die kontrastreichen Fähigkeiten der Jbo-Beginners Advanced unter der Leitung von Robert Klassen präsentierte. Aber dies war natürlich nur ein „Schmankerl“ der großen musikalischen Darbietung, welches das zahlreich erschienene Publikum durch tosenden Beifall honorierte.

 



Steffen Hospodarz moderierte den Abend begleitend zur Musik. Ein besonderes Augenmerk legte er auf den Förderverein „Con Brio“; gerade auch durch das Engagement von außenstehenden Personen konnte die Bläserakademie auf bis zu 80 Musiker wachsen. Nach diesen eröffnenden Worten startete das Konzert mit den Jbo-Beginners Basics unter der Leitung von Arne Pünter, welches das jüngste der drei Orchester bildet. Hier waren weltbekannte Lieder wie „Jingle Bells“, „Hört ihr Engel (Gloria)“ und viele mehr zu vernehmen. Eine Weihnachtsmusik, welche auch den kleinsten Musikerinnen und Musikern bekannt war, und das war deutlich zu vernehmen. Mit vollem Elan und strahlendem Sound schallten diese Lieder dem Publikum entgegen, welches spätestens zu „O, Tannenbaum“ von den drei Klarinettistinnen Carla, Julia und Nora zum Mitsingen ansetzte.

Sich anschließend nahmen die Jbo-Beginners Advanced den gesamten Konzertsaal mit auf eine musikalische Reise in die Karibik, um weiterführend direkt die Weihnachtsstimmung mit brillierenden Klängen zu „Frosty the Snowman“ voll in Gang zu bringen. Eben genau diese Wandlungsfähigkeit zeichnet sie aus. Hiermit war der Weg für das dritte Orchester des Abends geebnet, welches auf die Bühne trat, um den Saal gemeinsam mit den Advanced in weihnachtliche Verzückung zu versetzen.
 
Vor Beendigung des Konzertprogramms durfte ein Beitrag des Jugendorchesters nicht fehlen, das sein Repertoire mit „The Chrismas Song“ und „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ vielseitig und akribisch ausgearbeitet hatte. Eine Ausgewogenheit von Percussion und strahlendem, sich eingliederndem Sound der Blechbläser war das Ergebnis. Die Holzbläser überzeugten mit kleinen Solopassagen und lyrischen Melodien im Medley „Best of Queen“.  

 

 

Nach fast ewig andauernden Applaus der Konzertbesucher gesellten sich die Jbo-Beginners Basic und Advanced zu den Ältesten, um tatkräftig gemeinsam mit jenen zu musizieren –  Austausch der Bläserakademie-Generationen und eine Möglichkeit für die „kleinen Musiker“, größere Orchesterluft zu schnuppern. Hier war schließlich ein 60 Personen starkes Orchester auf der Bühne zu sehen, welches „We wish you a Merry Christmas“ als Rausschmeißer für alle erschienenen Gäste in klanglicher Fülle zelebrierte. Die Holzbläserinnen Greta, Julina, Marie und Mia der Jbo-Beginners Basic freuten sich, die Zugabe sogar zweimal mit allen zusammen zu spielen und dass mit 130 Zuhörern fast alle Plätze im Publikum besetzt waren. Den Schülerinnen und Schülern der Bläserakademie im Jugendblasorchester Seelze e. V. hat das Konzert viel Spaß gemacht und durch die eingeforderte Zugabe war die Weihnachtsstimmung auch bei den nach Hause gehenden Konzertbesuchern zu spüren. 

(jk)